Ammoniak Fachgespräch

Vom Acker in die Lunge: Fact Sheet informiert über Landwirtschaft als Feinstaub-Quelle

Den meisten Menschen kommt beim Thema Luftverschmutzung vermutlich nicht als Erstes die Landwirtschaft in den Sinn. Tatsächlich tragen landwirtschaftliche Emissionen jedoch erheblich zur Feinstaubbelastung bei, vor allem durch die Freisetzung von Ammoniak. Ein wesentlicher Anteil an der Feinstaubkonzentration in der Atmosphäre entsteht durch die Zersetzung von Gülle und anderen organischen Stoffen. Der jüngste Bericht zur Luftqualität in der Europäischen Union führt rund 400.000 vorzeitige Todesfälle auf dauerhafte Feinstaubbelastung zurück. In Deutschland überstieg der Ammoniak-Ausstoß zwischen 2005 und 2013 jedes Jahr den zulässigen Grenzwert. Das müsste nicht sein, denn es existieren etliche Maßnahmen zur Reduktion von Ammoniak-Emissionen. Sie werden aber nicht konsequent umgesetzt.

Das soeben erschienene IASS Fact Sheet "Landwirtschaft, Ammoniak und Luftverschmutzung" bietet einen kurzen Überblick über den Einfluss der Landwirtschaft auf die Luftqualität. Derzeit ist die Landwirtschaft in Europa für mehr als 90 Prozent der Ammoniak-Emissionen verantwortlich. Die Autoren erläutern, woher das Ammoniak kommt und wie es zur Bildung von Feinstaub beiträgt, welche gesundheitlichen Auswirkungen Feinstaub haben kann und wie die gesetzlichen Grenzwerte mit Hilfe von Maßnahmen wie dem Verwenden eiweißarmen Tierfutters oder einer verbesserten Lagerung und Ausbringung von Gülle eingehalten werden können.

Notwendig, so die Autoren, sei ein umfassender Ansatz:  Um Feinstaubkonzentrationen wirkungsvoll zu verringern, muss der Ausstoß nicht nur von Ammoniak, sondern auch von Stickoxiden und Schwefeldioxiden deutlich gesenkt werden. Denn diese drei Stoffe sind Vorläufer für die Bildung von sogenannten sekundären anorganischen Aerosolen, die zur Feinstaubbelastung einen erheblichen Beitrag leisten.

Das sechsseitige IASS Fact Sheet entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Freien Universität Berlin (FU Berlin) und der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO).