Ruß, Ozon, Methan: Unterschätzte Klimatreiber und ihre Auswirkungen für Klima, Gesundheit und Wirtschaft (September 2012)

Am 27. September haben die Verbändekampagne "Rußfrei fürs Klima" und das IASS einen gemeinsamen Workshop für Entscheidungsträger, NGOs und Interessensgruppen aus der Privatwirtschaft abgehalten, um über die wissenschaftlichen und technischen Hintergründe der SLCP-Thematik zu informieren. Der Fokus lag auf der Minderung von SLCPs im Europäischen und Deutschen Kontext. Das Hintergrundpapier und die Workshopagenda können hier heruntergeladen werden.

Teil des Programms waren:

  • Begrüßung durch Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe (Video)
  • Eröffnungsrede von Prof. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des IASS (Video)
  • "Die Rolle der SLCPs im Klimawandel" von PD Dr. Mark Lawrence, Wissenschaftlicher Direktor des IASS (Präsentation, Video)
  • "Szenarien und Maßnahmen" von Dr. Markus Amann, IIASA (Präsentation, Video)
  • "Lösungsansätze und Technologien" by Dr. Axel Friedrich, international traffic consultant (Präsentation Teil 1,Präsentationat Teil 2 ,Video)
  • Podiumsdiskussion mit Dr. Valerie Wilms (MdB), PD Dr. Mark Lawrence, Dr. Markus Amann and Dr. Axel Friedrich (Video)

Alle Vortragenden betonten, dass die Minderung von SLCPs keine Ersatzmaßnahme zur Reduktion von Kohlenstoffdioxid sei. Stattdessen sollten die Emissionen beider Arten, lang- und kurzlebiger, Klimatreiber gemindert werden, wenn die globale Gemeinschaft das erklärte 2°C Ziel bis zum Ende des Jahrhunderts einhalten möchte. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Workshops kann hier heruntergeladen werden.

Kurz zusammengefasst wurde Folgendes diskutiert: Auswirkungen von SLCPs auf das Klima, die Gesundheit und auf Ökosysteme wurden erläutert und es wurde betont, dass obwohl die EU eine relativ strikte Umweltgesetzgebung verfolgt, die Verkürzung der Lebenszeit Europäischer BürgerInnen dennoch im Bereich von mehreren Monaten liegt aufgrund der Wirkungen von SLCPs. Derzeit sind die Hauptquellen für SLCPs in der EU der Straßenverkehr und Holzfeuerung in Privathaushalten. Im Jahre 2030 werden die Emissionen aus Privathaushalten der stärkste Faktor für Rußemissionen sein, weil die entsprechenden Gesetzgebungen dieses Problem nicht gezielt angehen. Es gibt aber entsprechende derzeit schon verfügbare technologische Lösungen. Zudem wurde der Schiffsverkehr als eine relevante Quelle für SLCPs hervorgehoben. Auch in diesem Sektor gibt es technik-basierte Lösungsmöglichkeiten wie Axel Friedrich erläuterte.

Generellen Konsens gab es bezüglich Deutschlands Handlungsoptionen: Deutschland kann noch Verbesserungen im eigenen Land erreichen, die sich besonders positiv auf Gesundheit und Ökosysteme auswirken würden. Allerdings ist die Reduktion von SLCPs in Deutschland im globalen Kontext eher als symbolisch zu verstehen. Jedoch ist es wichtig, dass Deutschland hier eine beispielhafte Rolle übernimmt und gewonnenes Know-How zur Verfügung stellt. Dieses Wissen bezieht sich nicht allein auf Technologien sondern vor allem auch auf Erfahrungen aus Prozessen von der Feststellung eines Problems bis hin zur Implementierung von Lösungen. Darüberhinaus wurde empfohlen, dass Deutschland eine sehr problembewusste Auswahl an SLCP-Minderungsprojekten unterstützt, die auf keinen Fall in Konkurrenz zu Kohlenstoffdioxidreduktionsmaßnahmen stehen.