ClimPol - Klimawandel und Luftqualität: Forschungsschnittstellen und Wege zur politischen Umsetzung

Überblick

Zwar werden sie nicht immer so wahrgenommen, doch Luftverschmutzung und Klimawandel sind eng miteinander verbundene Bereiche. Sowohl die Luftqualität als auch der Klimawandel sind noch dazu grundlegende ökologische Herausforderungen und damit eine Bedrohung für den erfolgreichen Wandel zu einer nachhaltigen Zukunft. Wie in der wissenschaftlichen Literatur anerkannt, sind Luftqualität und  Klimawandel verknüpft, und das nicht nur miteinander, sondern auch mit der Entwicklung und größeren Herausforderungen an die Nachhaltigkeit. Luftschadstoffe und Treibhausgase (GHGs) werden meist aus denselben Quellen emittiert. Darüber hinaus hat das sich wandelnde Klima Auswirkungen auf die Luftqualität, und Luftschadstoffe spielen wiederum beim Klimawandel eine Rolle. Kurz gesagt, saubere Luft ist eine Ressource, ebenso wie sauberes Wasser, und durch Handlungen, die sich auf die Emissionen auswirken, sind wir alle zu einer globalen Gemeinschaft verbunden, die in einer gemeinsamen Atmosphäre lebt.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2014 sind jährlich 2,6 Millionen vorzeitige Todesfälle auf die Luftverschmutzung im Freien zurückzuführen. Darüber hinaus sind 98% der europäischen Stadtbevölkerung Luftverschmutzungswerten ausgesetzt, die die Richtlinien der WHO für den Gesundheitsschutz überschreiten. Zusätzlich dazu hat die Rolle der Luftschadstoffe im Klimawandel (diese werden häufig auch als kurzlebige klimawirksame Schadstoffe – SLCPs bezeichnet) stärker an öffentlicher und politischer Aufmerksamkeit gewonnen, seit der Gründung der Climate and Clean Air Coalition (CCAC) 2012, die wie auch andere Initiativen die Reduzierung von SLCPs zum Ziel hat. Die Reduzierung von erwärmenden SLCPs, wie zum Beispiel Ruß, troposphärisches Ozon und Methan, zeigt auf lokaler Ebene verschiedenen simultanen und direkten Nutzen für die öffentliche Gesundheit, den Schutz der Ökosysteme, die Nahrungsmittelsicherheit wie auch die Minderung des Klimawandels. Doch kommt es manchmal zu komplexen Wechselwirkungen; so haben einige Luftschadstoffe wie zum Beispiel Sulfat-Aerosole eine kühlende Wirkung auf das Klima. Zusätzlich zu den Vorteilen gibt es auch kontraproduktive Effekte (trade-offs). Ein Beispiel hierfür ist das Heizen mit Holzöfen, die wegen ihrer CO2-Einsparungen gegenüber fossilen Brennstoffen als CO2-neutrale oder „grüne“ Energiequelle gepriesen werden. Dabei kommt es aber auch zu erhöhten Emissionen an Feinstaub, wie zum Beispiel Ruß, einem Klimatreiber und Luftschadstoff, der mit Gesundheitsbeeinträchtigungen in Verbindung gebracht wird.

Um von den Vorteilen zu profitieren und zugleich kontraproduktive Effekte und zusätzliche finanzielle Belastungen aufgrund von Gegenmaßnahmen einer unkoordinierten Strategie zu vermeiden, ist bei der Entscheidungsfindung ein stärkeres Bewusstsein für und eine Anerkennung dieser Zusammenhänge sowie eine bessere Koordinierung der Minderungsstrategien für den Klimawandel und die Luftverschmutzung erforderlich. Damit aber ein gesellschaftlicher Wandel für eine nachhaltige Zukunft möglich wird, sind Bewusstsein und Handeln nicht nur von Seiten der Wissenschaft und der Politik erforderlich, sondern auch auf der Ebene des Individuums. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich ClimPol zwecks einer besseren Koordinierung zwischen diesen beiden Arenen auf verschiedenen Ebenen auf die wissenschaftliche Grundlage und die Wege zur politischen Umsetzung sowie auf den Austausch und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Zur praktischen Umsetzung verfolgt das Projekt einen transdisziplinären Ansatz an der Schnittstelle Wissenschaft/Politik/Gesellschaft, indem es Dialoge zwischen politischen Entscheidungsträgern, der Öffentlichkeit und den Vertretern der Wissenschaft ermöglicht und das öffentliche Bewusstsein dafür schärfen will.

Gegenwärtig ist ClimPol in drei Hauptbereichen tätig:

  • Unterstützung einer koordinierten, wissenschaftlich fundierten Politikentwicklung in Deutschland und der EU
  • Wissenschaftliche Forschung, einschließlich der Zusammenarbeit mit der internationalen Scientific Community
  • Förderung des Bewusstseins durch Kommunikation und öffentliches Engagement

 

 

Genauere Beispiele dafür, wie das in der Praxis aussieht, sind unsere gegenwärtigen und vergangenen Projekte die Sie unter „Aktivitäten“ finden.